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Einstiegsgehälter in Deutschland

Lernen lohnt sich: Die Einstiegsgehälter deutscher Hochschulabsolventen sind zwar deutlich höher als die nach einer Berufsausbildung, jedoch variieren die Beträge stark – je nachdem, was studiert wurde, welcher Abschluss vorliegt und wo dieser erworben wurde. Daneben spielen erstaunlicherweise weitere Faktoren wie das Geschlecht oder lokale Bedingungen eine Rolle.

Ingenieure sind die Gewinner

Den wohl größten Einfluss auf die Einstiegsgehälter macht die gewählte Branche aus. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung, bei der 4300 Jungakademiker befragt wurden, unterscheiden sich die Einstiegsgehälter stark nach gewähltem Studienfach. Während Elektroingenieure im Schnitt rund 4540 Euro verdienen, kommen Architekten gerade mal auf 2500 Euro. Im Gesamtdurchschnitt verdienen Berufseinsteiger rund 3400 Euro brutto monatlich.

Allerdings wird deutlich: Gerade bei den besonders beliebten und gefragten Studiengängen, die etwas mit Kultur, Sport und Unterhaltung zu tun haben, sind die Anfangsgehälter vergleichsweise niedrig. Auch andere, prestigeträchtige Berufszweige wie etwa Architektur oder BWL sind davon betroffen – und selbst mit Berufserfahrung steigt das Einkommen in diesen Branchen oft kaum. Daher ist es wichtig, sich bereits vor oder während dem Studium Gedanken zum späteren Einkommen zu machen.

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Auf gehaltsvergleich.com finden Sie zum Beispiel einen Überblick über alle unterschiedlichen Branchen sowie deren aktuelle Einstiegsgehälter. Auch als Absolvent ist es für Sie hilfreich, einen Blick darauf zu werfen, um für die Gehaltsverhandlungen beim ersten Job gut gerüstet zu sein: Während eine zu hohe Gehaltsforderung möglicherweise das Aus im Bewerbungsprozess bedeutet, kann ein Personaler eine zu geringe Forderung als mangelndes Zutrauen des Bewerbers in die eigenen Fähigkeiten auslegen. Daher sollten Sie sich hier vorher gründlich informieren.

Mehr Gehalt für Westdeutsche

Ein weiterer Faktor ist die Art des Hochschulabschlusses: Promovierte Berufsanfänger starten im Schnitt mit bereits 4220 Euro, während ein Masterabschluss von der Uni für rund 3680 Euro sorgt. Danach folgen Master- und Bachelorabschlüsse an der FH, während der gute alte Magisterabschluss mit 2620 Euro den letzten Platz einnimmt. Hier muss man jedoch bedenken, dass dieser in erster Linie nach dem Abschluss von geisteswissenschaftlichen Studiengängen verliehen wird.

Auch die Benachteiligung der Frauen in Sachen Gehalt wird bereits beim Berufseinstieg deutlich: Das Einstiegsgehalt von Akademikerinnen liegt rund 713 Euro unter dem von Akademikern. Das macht einen Einkommensnachteil von 19,4 Prozent aus.

Ebenfalls unterscheiden sich die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen im Vergleich zu ehemaligen Studenten im Osten, die bis zu 19 Prozent weniger verdienen. Das heißt in Zahlen: 3537 Euro zu 2861 Euro. Außerdem liegen die Einstiegsgehälter der Hochschulabsolventen in Westdeutschland deutlich über denen ihrer Ex-Kommilitonen in den alten Bundesländern: 3537 Euro zu 2861 Euro – ein Gefälle von 19 Prozent.

Das erste Gehalt sollte aber auch nicht alleine ausschlaggebend für die Wahl des Studienfachs oder des Arbeitgebers sein. Schließlich wird diese Entscheidung die restliche Berufslaufbahn und somit das Leben bestimmen – und sollte daher nicht nur aufgrund des Geldes getroffen werden. Viel wichtiger ist es, sich hier von seinen persönlichen Interessen und seiner eigenen Leidenschaft leiten zu lassen, um so im Beruf Erfolg zu haben. Denn bei entsprechender Leistung sind schnelle Steigerungen nach oben immer möglich – mit ausgefeilten Argumenten, einer Beförderung, Personalverantwortung oder auch einem gut geplanten Jobwechsel zu einem anderen Arbeitgeber.

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