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Durchschnittseinkommen in Sachsen

Der Freistaat Sachsen wird gern als „Turbo“ der ostdeutschen Länder bezeichnet. Nach dem bayrischen Vorbild „Laptop und Lederhose“ versucht das Land, als IT-, Solar- und Wissenschaftsstandort in den Zukunftstechnologien zu punkten und gleichzeitig die traditionellen Gewerbe inkl. Tourismus auszubauen.

Mit der Landeshauptstadt Dresden und der Messestadt Leipzig verfügt Sachsen über zwei der drei Boom-Towns im Osten, ablesbar am Bevölkerungszuwachs in Großstädten nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Aber die generellen strukturellen Probleme in Ostdeutschland machen auch vor Sachsen nicht halt: Bevölkerungsschwund, überdurchschnittliche Alterung und geringere Einkommen als in der alten Bundesrepublik.

Einkommensentwicklung in Sachsen

2009 feierte man in Sachsen die Verdopplung des durchschnittlichen Einkommens seit 1991. Aber allein schon dieser generalisierende Vergleich zeigt, auf welch unterschiedlichen Konstrukten die Berechnung aufgebaut sein kann.

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Als Basis der folgenden Daten dienen die Angaben des Statistischen Landesamtes in Kamenz für vollbeschäftigte Arbeitnehmer. Danach stieg das monatliche Brutto-Durchschnittseinkommen dieses Bevölkerungsteils 2010 um 2,4 % und 2011 um 2,3 %. Diese Angaben schließen alle Sonderzahlungen ein. Ohne Berücksichtigung von Sonderzahlungen lag das durchschnittliche Einkommen 2011 bei 2.603 Euro im Monat. Das sind immer noch ca. 700 Euro weniger als in den westlichen Landesteilen.

Unterschiede im Einkommen zwischen Männern und Frauen

Nach der gleichen Quelle ist sogar eine negative Tendenz im Vergleich der Einkommen von Männern und Frauen festzustellen. Erhielten Frauen 2009 noch 95,2 % der Einkommenszahlungen ihrer männlichen Kollegen, so rutschte diese Zahl 2010 auf 94,8 % und im Jahr 2009 auf 93,3 % ab. Damit ist auch klar, dass die Frauen weniger am Boom-Potenzial partizipieren als die Männer.

Unterschiede nach Branchen und Regionen

Während der Einkommenszuwachs des produzierenden Gewerbes in Sachsen 2010 etwas mehr als 3 % betrug, kam das Dienstleistungsgewerbe gerade einmal auf 1,1 %.

Nach Darstellung des Webportals gehaltsvergleich.com sind die Unterschiede in einzelnen Berufsgruppen riesig. Hier beträgt etwa der Unterschied zwischen einem Chemielaboranten und einem Entwicklungsingenieur mehr als 2.000 Euro im Monat.

Auch regional sind die Unterschiede gravierend. In der Landeshauptstadt Dresden lag das monatliche Durchschnittseinkommen 2008 nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes in Kamenz um 400 Euro über dem des Erzgebirgskreises.

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