Durchschnittseinkommen in Russland

Offiziell atmet Russland auf. Nach der Finanzkrise hat die wirtschaftliche Erholung des Landes wieder eingesetzt und die gesunkenen Löhne steigen. Das Durchschnittseinkommen lag 2011 in einigen Branchen sogar bereits wieder über dem Niveau vor der Krise.

Ein Dauerproblem aber besteht weiter: die Armut in Russland. Etwa 20 Millionen Menschen sind direkt davon betroffen. Die Bundeszentrale für Politische Bildung in Deutschland spricht sogar von 50 % der Bevölkerung, die ständig am Rande der Armut balancieren – und das bei 142 Millionen Einwohnern.

So ist in Russland eine feste Unterschicht entstanden, die offiziell mit 7 % (Rosstat, Russisches Amt für Statistik) angegeben wird. Das allerdings sind nur die Angehörigen der untersten offiziellen Einkommensgruppe. Den Anteil von 13 % der Bevölkerung in Armut will die Regierung in diesem Jahr auf 10 % senken. Man verweist darauf, dass im Jahr 2000 noch 42,3 Millionen Russen, also etwa 30 % der Russen, als arm galten. Das monatliche Existenzminimum liegt in Russland etwas über 5.500 Rubel. Das sind gerade einmal 141 Euro.

Das Durchschnittseinkommen in Russland steigt wieder

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Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar betrug das monatliche Durchschnittseinkommen in Russland im Jahr 2011 knapp 24.000 Rubel. Das sind umgerechnet etwa 580 Euro. Die IHK spricht von einem realen Anstieg von über vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, was einem Monatsverdienst von ca. 560 Euro im Jahr 2010 entsprechen würde. Andere Quellen geben nur 500 Euro an (z.B. die Bundeszentrale für Politische Bildung).

Die Unterschiede in der Bewertung können auch durch die starken regionalen Unterschiede und Differenzierungen nach Branchen entstehen. Die Arbeitnehmer in der Hauptstadt Moskau verdienen mit durchschnittlich 43.000 Rubel (etwa 1.100 Euro) fast doppelt so viel wie im Landesdurchschnitt üblich. Dazu steigen die Einkommen in Moskau überdurchschnittlich stark.

Die Unterschiede zwischen Arm und Reich – auch in den Beschäftigtenverhältnissen

An russische Milliardäre, die europäische Fussball-Spitzenklubs kaufen, und Neureiche, die an der Côte d’Azur oder bei den Mailänder Modenschauen sechsstellige Summen ausgeben, hat man sich gewöhnt. Aber die riesige Kluft zu den Ärmsten in Russland besteht auch innerhalb der „normalen“ Einkommensverhältnisse. Die oberen Verdienstgruppen erzielen ein Einkommen bis zum 16,5-fachen der unteren Verdienstgruppen, von denen die letzten drei das Existenzminimum nicht überschreiten.

Ruhig leben können in Russland die Staatsbediensteten. Das Regierungspersonal kommt auf einen Monatsverdient von etwa 88.500 Rubel (ca. 2.300 Euro). Für die Mitarbeiter in den Ämtern fällt der Verdienst dann bis auf 760 Euro im Monat ab. Im Durchschnitt verdienen russische Beamte 1.300 Euro. Diese Zahlen veröffentlichte das Internet-Portal medwedew.de.

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