≡ Menu

Netto-Durchschnittseinkommen Deutschland

Wenn es um aktuelle Wirtschaftsdaten geht, ist das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung eine gern zitierte Quelle. Immerhin beobachtet das RWI seit 1926 die individuellen wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten im demographischen Wandel. Für 2012 hat das Institut wieder interessante Zahlen zum Durchschnittseinkommen netto der deutschen Haushalte vorgelegt.

Nettoeinkommen und verfügbares Einkommen

Löhne und Gehälter sind mit Steuern und Abgaben belegt, die Monat für Monat automatisch abgezogen werden. Dabei handelt es sich um die Lohnsteuer, die Kirchensteuer, den Solidaritätsbeitrag und die Sozialabgaben für Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Rentenbeiträge. Nur das, was nach diesen Abzügen übrig bleibt, wird als Nettoeinkommen bezeichnet.

Werbung

Aber auch das ist für die Haushalte nicht frei verfügbar. Denn erst, wenn die Kosten zur Sicherung der Existenz (Miete, Strom, Gas, Wasser, Lebensmittel, Kleidung, Versicherungen und Erhaltung der individuellen Handlungsfreiheit) abgerechnet sind, spricht man vom frei verfügbaren Einkommen. Im Durchschnitt entspricht es derzeit nur etwa 50 % des Nettoeinkommens.

Laut RWI lag das Durchschnittseinkommen netto der deutschen Haushalte 2012 bei 2.706 Euro, das durchschnittlich verfügbare Haushaltseinkommen aber nur bei 1.345 Euro.

Nettoeinkommen und verfügbares Einkommen nach sozialem Stand

‘Durchschnitt’ bedeutet auch, dass in einzelnen Einkommensschichten die Relation durchaus noch schlechter ausfallen kann. Haushalte von Studenten (1.039 Euro) und Arbeitslosen (1.431 Euro) liegen mit ihrem Durchschnitteinkommen netto sogar noch unter dem frei verfügbaren Einkommen der anderen Einkommensgruppen. Auch Rentner- (1.961 Euro) und Arbeiterhaushalte (2.801 Euro) haben nur deutlich unter 50 % ihres Nettoeinkommens zur freien Verfügung. Erst bei den Haushalten von Angestellen (3.224 Euro), Pensionären (3.850 Euro), Selbstständigen (4.065 Euro) und Beamten (4.138 Euro) verbessert sich das Verhältnis, jedoch nicht über 70 Prozent.

Werbung