Durchschnittseinkommen in Deutschland

Das Durchschnittseinkommen Deutschland beträgt etwa 30.000 Euro brutto pro Jahr bzw. circa 2.500 Euro brutto pro Monat.

Diese Zahl ist aber statistisch mit Vorsicht zu genießen, denn die genauesten und seriösesten Angaben zum Durchschnittseinkommen Deutschland findet man in US-Dollar. Der Dollar-Euro-Wechselkurs indes ändert sich beständig.

Durchschnittseinkommen Deutschland laut IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt für 2013, dass sich das Durchschnittseinkommen in Deutschland auf 43.952 US-Dollar belaufen dürfte. Es hätte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 0,69 Prozent erhöht.

Das Durchschnittseinkommen ist hierbei als Bruttoinlandsprodukt pro Kopf interpretiert.

Kaufkraftbereinigtes Pro-Kopf-Einkommen

Oft wird das Durchschnittseinkommen auch kaufkraftbereinigt angegeben, und zwar in Internationalem Dollar.

Der Internationale Dollar ist eine Vergleichswährung, welche die Weltbank berechnet und welche wechselkursbedingte Ergebnisverzerrungen glätten will.

Die kompliziert ermittelten Ergebnisse in Internationalem Dollar bieten jedoch auch nur einen Näherungswert.

So berechnet läge das Durchschnittseinkommen Deutschland 2013 bei 39.468 Internationalen Dollar und wäre im Vergleich zum Vorjahr um 2,07 Prozent gestiegen.

Deutschland im weltweiten Vergleich

Nach beiden Betrachtungsweisen – BIP pro Kopf in US-Dollar und BIP pro Kopf in Internationalem Dollar – bekleidet Deutschland in der Liste aller Länder den 18. Platz.

Schauen wir uns die Liste der Länder nach BIP pro Kopf in US-Dollar einmal etwas genauer an. Deutschland rangiert – immer nach IWF-Schätzungen für 2013 – unter 186 Ländern also auf Platz 18. Das weltweit niedrigste Durchschnittseinkommen wurde für Malawi gemessen (215 US-Dollar), das höchste für Luxemburg (110.573 US-Dollar).

Gleichauf mit Frankreich

Deutschland liegt ungefähr gleichauf mit Frankreich, in dem die Menschen über ein Durchschnittseinkommen von 42.991 US-Dollar verfügen. In puncto Pro-Kopf-Einkommen lässt der deutsch-französische ‚Motor Europas’ also noch keine Unwucht erkennen.

Interessant ist vielleicht, welche Länder in der Liste vor Deutschland auftauchen. Es handelt sich – in der Reihenfolge von Platz eins bis Platz siebzehn – um: Luxemburg, Katar, Norwegen, Schweiz, Australien, Dänemark, Schweden, Singapur, USA, Kanada, Österreich, Irland, Kuwait, Niederlande, Finnland, Belgien und Island.

Werbung

Aber Deutschland steht in derselben Liste immerhin vor Frankreich, Neuseeland, Japan, dem Vereinigten Königreich (Großbritannien und Nordirland) und Italien.

BRD im europäischen Vergleich

Will man das Durchschnittseinkommen verschiedener europäischer Staaten im Hinblick auf den Lebensstandard miteinander vergleichen, ist es sinnvoll, das BIP pro Kopf in sogenannte Kaufkraftstandards, kurz KKS, umzurechnen, denn so wird der Vergleich nicht durch länderspezifische Preisunterschiede verzerrt, und man sieht, wo man wirklich mehr oder weniger für sein Geld bekommt.

Eurostat-Index für EU-27

Eurostat hat auf dieser Basis einen Index kreiert. 100 entspricht dabei dem Durchschnitt der Europäischen Union. Daran gemessen kommt Deutschland auf einen Wert von 122. Deutschland belegt damit EU-weit nur Rang 9, liegt aber auch nach dieser Betrachtungsweise vor Großbritannien (110) Frankreich (108) und Italien (99).

Spitzenreiter ist Luxemburg (272) vor Norwegen (196) und der Schweiz (160). Am schlechtesten geht es den EU-Bürgern gemäß dem Eurostat-Index in Serbien (35), Albanien (30) und Bosnien-Herzegowina (28).

Einkommensstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft

Zu interessanten Ergebnissen kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), das eher den Arbeitgebern nahesteht. Demnach gehörte man in Deutschland 2010 schon zu den 10 Prozent der Bevölkerung, die am einkommensstärksten waren, wenn man als Single über ein monatliches Nettoeinkommen von 3.009 Euro verfügte.

In das Nettoeinkommen fließen Arbeits- und Kapitaleinkünfte und der Mietvorteil bei Eigennutzung von Wohneigentum, allerdings – was für Kritik am IW sorgte – keine Mieteinkünfte.

Ein Paar mit zwei Kindern gehörte nach der IW-Studie im Jahr 2010 den obersten 10 Prozent zu, wenn es ein monatliches Nettoeinkommen von 6.319 Euro hatte.

Nettoeinkommensranking Bundesländer

Das IW hat 2013 auch ein Bundesländer-Nettoeinkommensranking veröffentlicht. Ergebnis: Am besten steht Baden-Württemberg da mit einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 1.542 Euro im Monat. Es folgen Bayern (1.523 Euro) und Hamburg (1.521 Euro).

Die drei letzten Plätze belegen Sachsen-Anhalt (1.237 Euro), Sachsen (1.226 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (1.196 Euro).

Deutsches Nettodurchschnittseinkommen

In der Hauptstadt Berlin kommen die Menschen auf ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 1.298 Euro.

Die Wissenschaftler des IW basieren ihr Bundesländerranking auf Median und Äquivalenzeinkommen. Das Durchschnittseinkommen Deutschland beträgt demnach netto 1.413 Euro pro Monat.

Reallohnentwicklung

Viele Menschen verstehen unter dem Durchschnittseinkommen auch schlicht die durchschnittlichen Löhne und Gehälter.

Natürlich variieren Löhne und Gehälter je nach Branche stark. Als Fundamentaldatum ist jedoch hervorzuheben, dass die durchschnittlichen Reallöhne in Deutschland zwischen 2003 und 2013 stagniert haben, ja sogar leicht gesunken sind.

Werbung