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Durchschnittseinkommen in Europa

Die EU ist ein Wirtschaftsraum aus 27 Staaten mit 500 Millionen Einwohnern, ganz Europa mit seinen über 40 staatlichen Gebilden und über 700 Millionen Einwohnern ist ein noch unübersichtlicheres Konglomerat. Durchschnittswerte, die Europa betreffen, können nur abstrakte Vergleichswerte sein, denn sie sagen als absolute Werte nur in einigen wenigen Regionen des Kontinents etwas Substanzielles aus.

Entsprechend gibt es auch ein allgemein gültiges Durchschnittseinkommen in Europa nicht. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind einfach zu groß, als dass die Bewertungen eines Landes in einem anderen als Orientierungsgröße gelten könnten. Nach deutschen Maßstäben wäre der durchschnittlich verdienende Luxemburger in jedem Falle ein Besserverdienender. Die Armutsgrenze in den Niederlanden und das Risiko, in Armut abzugleiten, wären für rumänische Verhältnisse geradezu paradiesisch. Das Europäische Amt für Statistik (Eurostat) bezieht deshalb für seine Durchschnittsberechnungen mehrere Größen mit ein.

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Durchschnittliches und Median-Einkommen

Die Berechnungen von Eurostat für das Durchschnittseinkommen gehen immer von einer Aufteilung in Alter, Geschlecht und Haushaltsgrößen aus, um das so genannte Äquivalenzeinkommen zu ermitteln. Dieses berücksichtigt die Lebensumstände und Einspareffekte in der Lebensführung, um dadurch zu besser vergleichbaren Zahlen bei der Kaufkraft zu gelangen. Bei der Auflistung dieser Einkommen nach Ländern bilden die Werte in der Mitte dieses Rankings das Median-Einkommen. Dieses lag im Jahr 2008 bei 14.630 Euro für die EU.

In seine Berechnungen bezieht Eurostat weiterhin die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Schweden mit ein, um für die 17 Kernländer des Euro-Raums geeignetere Vergleichswerte zu erhalten. Dann steigt das Median-Einkommen auf fast 17.000 Euro an, während die Werte für die 15 Länder, die erst ab 2004 der EU beigetreten weitaus tiefer liegen. Estland, die Slowakei, Polen, Litauen, Ungarn und Rumänien beispielsweise erreichen nur ein Drittel bis ein Sechstel dieses Wertes, und zwar genau in der genannten Reihenfolge abwärts.

Deutschland ist Durchschnitt

Deutschland liegt mit seinem Median-Einkommen von 18.586 Euro auf Platz 10 dieses Rankings, was auch in etwa der IWF-Einstufung nach Pro-Kopf-Einkommen aus dem Jahr 2010 entspricht (Platz 12 mit 30.800 Euro). Die Unterschiede in den absoluten Zahlen erklären sich durch die Abzüge von Steuern und notwendigen Ausgaben. Auch dabei liegt Deutschland knapp unter dem Durchschnitt, ebenso wie bei den Lohnzuwächsen. Die stärksten Zuwachsraten haben hier allerdings die Neuen.

Nur in einem Segment ist Deutschland wirklich Spitze, allerdings mit negativem Vorzeichen. In keinem anderen Land der EU klaffen die Unterschiede zwischen der Vergütung von männlichen und weiblichen Arbeitnehmern so weit auseinander – über 20 % sind es insgesamt. Im angeblichen „Macho-Land“ Italien sind es 4,4 %.

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